10.04.2016

Meine Zeit in Arizona


 
   

von Marie Berninger
Im Sommer 2014 habe ich mein Abi an einem Berliner Gymnasium gemacht. Nun war also alles vorbei und die große Frage war: Was jetzt? Da ich eine ziemlich gute Verdrängerin bin, hatte ich diese Frage stets fortgeschoben und stand nun etwas planlos da, während Freunde fleißig Unibewerbungen schrieben, Auslandsaufenthalte planten und anfingen, zu arbeiten. Seit meinem fünften Lebensjahr spare ich für ein eigenes Pferd, aber wie das in einer Großstadt wie Berlin nun einmal ist, es ist nicht leicht, gute Pferde zu finden, die auch noch ordentlich gehalten werden. Ich voltigierte lange Zeit und durfte mit 14 endlich anfangen, schrecklich schlechte Schulpferde zu reiten. Seit 2 Jahren hatte ich den Konikwallach Klincz, den ich mitversorgte. Im Sommerurlaub kam ich mit meinem Vater zufällig auf das Thema Cowboys und Western Reiten, „das würde ich auch gerne mal machen, so auf eine Ranch gehen“, meinte ich. Und gleichzeitig fiel uns Lothar ein, den mein Vater, der als Physiotherapeut arbeitet, vor Jahren behandelt hatte. Lothar erzählte ihm von den Trainees, dass die Zeit auf der Ranch kein Zuckerschlecken sei und es außer Pferden eigentlich nichts gäbe. „Das ist kein Problem“, versicherte mein Vater. „Wenn Marie Pferde um sich hat, ist sie zufrieden.“ Schneller als ich das alles wirklich begreifen konnte, stand es fest. Anfang 2014 würde ich nach Arizona aufbrechen. Ich war gerade 17 Jahre alt geworden und noch nie länger als 2 Wochen von zu Hause weg gewesen, als ich mich Anfang Januar in den Flieger nach Phoenix setzte. Am Abend kam ich an, völlig übermüdet und doch so aufgeregt, wie nie zuvor. Ein kleines Empfangskomitee wartete auf der Ranch. Mir wurden die Arbeiter, die Trainerin Julie und die beiden anderen Trainees, Paul und Manuela vorgestellt. Als ich am nächsten Morgen die Tür m eines RVs öffnete und alles, was ich gestern in der Dunkelheit nur als grauschwarze Schatten wahrgenommen hatte, bei strahlendem Sonnenschein erblickte, wusste ich sofort: Ich habe meinen Platz gefunden. Die Ranch war so ziemlich das...... mehr siehe PDF

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